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Thomas

von Julia

„Du törichtes Kind, was weißt Du denn über Phantásien? Es ist die Welt der menschlichen Fantasie. Jedes Teil, jedes Wesen in Fantasien ist ein Stück der Träume und Hoffnungen der Menschheit. Das ist der Grund, warum Phantásien keine Grenzen hat.“
„Aber warum geht Phantásien dann zugrunde?“
„Weil die Menschen angefangen haben, ihre Träume zu vergessen und ihre Hoffnungen zu verlieren. So wird das Nichts immer stärker.“
„Was ist dann das Nichts?“
„Es ist die Leere, die zurückbleibt, eine Art Verzweiflung. Sie zerstört unsere Welt…“

Dialog zwischen Gmork und Atréiu, in „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Ich habe es selbst gesehen. Am deutlichsten in deutschen Braunkohletagebaulandschaften – wo auf viele Quadratkilometer hin Dörfer, Kirchen, Wälder, Felder, menschliche Gemeinschaften und hunderte Meter Gestein unter ihnen ebendiesem gewichen sind: dem Nichts.
Wo sich in uns Menschen das Nichts ausbreitet, schwinden auch in der Welt die Geschöpfe dahin. Mikroben in ausgebeuteten und versiegelten Böden, Pflanzen, Tiere, Ökosysteme, aber auch gewachsene Siedlungsstrukturen, die liebende und achtsame Verbundenheit mit einem Stück Erde, einer Landschaft; die menschlichen Beziehungen in Gemeinschaften, Familien, zwischen Arbeitskollegen und Freunden, aber auch die Liebe zu sich selbst.
Daß Schönheit und Lebendigkeit unserer Erde sprossen und gedeihen mögen, ist wofür ich – vertrauend auf Gott – mein Leben in den Dienst stelle.