Der Wurmkomposter

Ein Wurmkomposter aus vier gestapelten Kübeln

Der Wurmkomposter ist eine einfache Methode, den anfallenden Biomüll des Haushalts gezielt durch die Lebensweise von Kompostwürmern in wertvollen Humus zu verwandeln. Bei der Kompostierung arbeiten Pilze, Mikroorganismen und Würmer auf komplexe Weise zusammen. Die dabei entstehende Komposterde kann im Garten verwendet werden und hat einen sehr hohen Nährstoffgehalt, der für Pflanzen leicht zu erschließen ist. Außerdem ist der zu gewinnende Wurmtee ein natürliches und sehr gehaltvolles Düngemittel und Insektizid.

Der Wurmkomposter selbst ist handlich, leicht zu verstauen und geruchlos, weshalb er in jedem Haushalt genutzt werden kann. Der Komposter kann aufwendig, aber auch sehr einfach aus gebrauchten Materialien gebaut werden.

Notwendiges Material

Wenn man aus recycelten Materialien einen Wurmkomposter bauen möchte, braucht man 4 Kübel mit ca. 10 Liter Fassungsvermögen (z.B. gebrauchte Milchkübel), eine Bohrmaschine, ein Stück grobes Schleifpapier, ausreichend Zeitungspapier, eine Sprühflasche, Küchenabfälle und Kompostwürmer. Die Kübel sollten gleich groß und ineinander stapelbar sein.

Einen Wurmkomposter starten

  • Vor dem Bau werden die Kübel gereinigt.
  • An drei Kübeln werden am Boden in etwa 2-Zentimeter-Abständen Löcher gebohrt.
  • Die überstehenden Plastik-Teilchen, die beim Bohren entstehen, werden mit dem Schleifpapier oder mit den Fingern entfernt.
  • Einer der Kübel bleibt ohne Löcher und fängt in der untersten Etage den Wurmtee auf.
  • Darüber werden die durchlöcherten Kübel gestapelt.
  • Der unterste Kübel mit Löchern bildet den Start des Wurmkomposters
  • In diesem Kübel werden auf die ersten zehn Zentimeter zerkleinertes und/oder zerknülltes Zeitungspapier gefüllt. Man kann z. B. auch Karton, Eierverpackungen oder Stroh benützen.
  • Diese Schicht aus trockenem, Kohlenstoff-reichem Material wird mit einer Sprühflasche befeuchtet.
  • Danach werden die Würmer hinein gegeben, die sich in dem von ihnen erschaffenen Milieu aus halb-zersetzten Biomüll bzw. unreifen Humus befinden.
  • Auf dieser Schicht kommt eine ca. gleich große Menge mit schon etwas älteren, zerkleinerten Küchenabfällen.
  • Danach wird wieder eine einige Zentimeter dicke Schicht mit Zeitungspapier angehäuft, die Verhindert dass Fruchtfliegen aufkommen.
  • Das Zeitungspapier wird wieder gleichmäßig befeuchtet
  • Die erste Ebene (der erste durchlöcherte Kübel) kann nach und nach mit Küchenresten und Zeitungspapier befüllt werden, bis der Kübel voll ist.
  • Danach wird der zweite durchlöcherte Kübel darauf gesetzt und auf der gleichen Art und Weise weiter befüllt. Später kommt auch der dritte und möglicherweise sogar ein vierter Kübel darauf, die nach dem gleichen Schema befüllt werden.
  • Sobald die Kompostwürmer im untersten Kübel keine Nahrung mehr finden, bewegen sie sich durch die Löcher nach oben.

Die Würmer richtig füttern

Die Würmer müssen in der Regel einmal pro Woche gefüttert werden. Die Anzahl an Würmern hängt aber auch mit der Menge des Futters zusammen, d. h. je häufiger sie gefüttert werden, desto rascher vermehrt sich die Population und umgekehrt genauso. Deswegen wird für die Futtermenge vor allem Feingefühl und Beobachtung gefragt.

Kompostwürmer aus dem Wurmkomposter werden mit 2/3 Küchenresten und etwa 1/3 Zeitungspapier o. ä. Gefüttert.

Besonders lieben die Würmer Teesäckchen, Kaffeesud, feuchte Obstschalen und Gemüsereste. Auch Eierschalen, Gartenabfälle, gemahlenes Getreide, Brotreste, Haare und Nägel sowie Holzasche können (zerkleinert und/oder befeuchtet) in den Wurmkomposter gegeben werden. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Kompost nicht austrocknet oder zu einseitig wird.

Was nicht in den Wurmkomposter gehört

Hochglanzpapier, chemische Substanzen, zu viele Zitrusfrüchte, stark gesalzene Speisereste, zu viel Grasschnitt, sollten den Würmern zuliebe weggelassen werden. Am besten ist, in den Wurmkomposter nur das zu geben, was man auch selbst essen würde.

Fleischreste, Knochen, Fisch, Milchprodukte, Käse, Tierfutter oder Fäkalien von Tieren locken Fliegen an und werden deshalb nicht empfohlen. Gelegentlich, und in kleinen Mengen, sind sie nicht schädlich für den Wurmkomposter.

Was sonst noch zu bedenken ist

Für ein Wurmkiste eignen sich alle Würmer, die man im Komposthaufen im Garten findet. Möchte man keine Würmer ausgraben, kann man sie auch käuflich erwerben. Dabei ist darauf zu achten, dass man die Arten Eisenia mortensis und/oder Eisenia poetida, beides einheimische Kompostwürmer, erwirbt.

Die Würmer sind an sich sehr robust und überleben auch mal extremere Bedingungen. Dennoch ist wichtig, dass sie nicht erfrieren und nicht Minusgraden oder praller Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, der tolerierte Temperaturbereich liegt also zwischen 0 und 35°C. Die optimalen Temperaturen für den Wurmkomposter liegen aber zwischen 15 und 25°C. Außerdem brauchen die Würmer auch einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 60-80%, eine Mischung aus 70-80% Biomüll und 20-30% Papier, Karton, Stroh o. ä trockenes Material. Dieses sorgt hierbei für genügend Rückzugs- und Versteckraum für die Würmer, die sich in der Dunkelheit am wohlsten fühlen, und es deckt auch ihren Bedarf an Kohlenstoff.

Bei optimalen Bedingungen sollten keine Fäulnisprozesse (d.h. unter Ausschluss von Sauerstoff) aufkommen. Der Wurmkomposter sollte deshalb nicht stinken, sondern fermentiert riechen (z. B. nach Sauerkraut o. ä.). Das ist ein Zeichen von richtigen Zersetzungsprozessen in Sauerstoff-reichen Bedingungen. Sollte gelegentlich der Wurmkomposter nach Fäulnis stinken, kann man mehr Zeitungspapier dazu geben und den Inhalt etwas auflockern. Im idealen Fall sollte man aber die Würmer so wenig wie möglich stören. Gegen Fruchtfliegen kann man versuchen die Lücken des Wurmkomposters so gut wie möglich zu schließen, dennoch muss man bedenken, dass es nötig ist das Sauerstoff dazu kommen kann.

Die Ernte: Komposterde und Wurmtee

Sobald die Würmer nach oben gewandert sind und den untersten Kübel verlassen haben, ist der Wurmkompost in dieser Ebene fertig und kann geerntet werden. Der Kompost kann, je nach Wurmmenge und Rahmenbedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit, etwa alle drei Monate geerntet werden. Es handelt sich hier um sehr humusreiche Erde, die bei direktem Gebrauch mit normaler Gartenerde im Verhältnis 1:10 gemischt werden kann. Will man den Kompost lagern, kann man ihn in einem verschlossenen Kübel mit ein paar Löchern bis zum Gebrauch aufbewahren.

Der Wurmtee sammelt sich im untersten Kübel und muss auch im Verhältnis 1:10 mit Wasser gemischt werden.

Die Ernte: Komposterde und Wurmtee

Sobald die Würmer nach oben gewandert sind und den untersten Kübel verlassen haben, ist der Wurmkompost in dieser Ebene fertig und kann geerntet werden. Der Kompost kann, je nach Wurmmenge und Rahmenbedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit, etwa alle drei Monate geerntet werden. Es handelt sich hier um sehr humusreiche Erde, die bei direktem Gebrauch mit normaler Gartenerde im Verhältnis 1:10 gemischt werden kann. Will man den Kompost lagern, kann man ihn in einem verschlossenen Kübel mit ein paar Löchern bis zum Gebrauch aufbewahren.

Der Wurmtee sammelt sich im untersten Kübel und muss auch im Verhältnis 1:10 mit Wasser gemischt werden.

Hier kannst du die Anleitung zum Wurmkomposter aus gestapelten Kübeln als PDF-Datei runterladen.