Villach’s Innenstadt soll “Wohnzimmer” werden

Gute Nachrichten aus Villach:
Die Villacher Innenstadt soll zu Kärnten‘s gemütlichstem “Wohnzimmer” werden…. 🙂

Wir freuen uns, dass unsere Anträge und Vorschläge, auch wenn sie im Gemeinderat nicht immer angenommen werden, offensichtlich dennoch sehr genau gelesen werden und inspirieren können.
Denn das „neu“ ausgerufene Motto, wonach die Innenstadt zum „Wohnzimmer“ werden soll, ist ein Motto und eine Perspektive, die wir bereits in mehreren Vorschlägen (“Altstadt-Bühnen”, “Verordnung für Straßenmusik” und “WC am Hauptplatz”) im Gemeinderat als Alternative zu den jahrelangen und kostenintensiven Bemühungen, die Altstadt zum „besseren Einkaufszentrum“ zu machen, eingebracht haben.
Es geht dabei darum die Innenstadt nicht länger als reinen Ort des Konsums und Innenstadt-Besucher nicht nur als „Frequenzbringer“ zu betrachten, sondern das Herz unserer Stadt zu einem gemütlichen Begegnungsraum zu entwickeln, der den Villacher*innen Platz zum Verweilen, zur Entfaltung sowie einen angenehmen Aufenthalt ohne Konsumzwang ermöglicht.
Erste Schritte in diese Richtung sind mit der Aufstellung einiger „öffentlicher Sitzmöglichkeiten“ (Bänke) sowie Begrünungsmaßnahmen im Rahmen der „essbaren Stadt“ bereits gelungen. Neben vielen Einzelvorschlägen haben wir auch einen umfassenden Grundsatzbeschluss zu einer “autofreien Innenstadt” im Gemeinderat eingebracht, der neben der Mobilität auch andere Bereiche und Ideen unserer Vision für Villach’s Innenstadt umfasst.
Nun freuen wir uns über den Zuwachs an Buntheit im Zentrum und hoffen, dass den nun aufgehängten Regenschirmen, Schmetterlingen usw. auch dieser grundlegende Perspektivenwechsel und damit verbunden viele weitere Maßnahmen folgen, die die Innenstadt zu einem lebendigen Ort des Austauschs und des Zusammenkommens ohne finanzieller Barrieren werden lassen. Denn in einem Wohnzimmer brauchen wir kein Geld um uns Wohl zu fühlen…. 🙂

Mit Stadtteil-Oasen die Villacher Ortskerne beleben

Villach ist als Stadt geografisch einzigartig. Aus städteplanerischer Sicht geht diese Einzigartigkeit stark auf die historische Eingemeindung ehemals selbständiger Ortschaften zurück. Darum finden sich neben einem klar definierten Stadtzentrum innerhalb des Stadtgebietes von Villach auch periphere Stadtteil-Zentren, die in ihrer heutigen Form kaum noch als solche wahrgenommen und genutzt werden.

Ausgehend vom Prinzip der „Superblocks“, das in Barcelona erfolgreich angewendet wird, schlagen wir vor diese historischen Ortskerne wiederzubeleben sowie die städteplanerischen Möglichkeiten und den Fokus, der derzeit beinahe gänzlich auf der Innenstadt liegt, auf diese Bereiche auszuweiten.

Konkret soll langfristig in jedem Stadtteil von Villach ein verkehrsberuhigtes Zentrum entstehen, das den Bewohnern als Ort der Begegnung und des Austausches dient. Innerhalb dieser „Oase“ sollen die grundlegenden Bedürfnisse der Stadtteil-Bewohner möglichst in Geh- bzw. Rad-Reichweite befriedigt werden können.

Wir sehen folgende Komponenten als sinnvolle, mögliche Puzzle-Stücke die je nach den Bedürfnissen der Bewohner des jeweiligen Stadtteils zusammengestellt und natürlich auch um weitere Komponenten erweitert werden können:

Stadtteil-Oasen und Mobilität

Innerhalb der Stadtteil-Oasen gibt es künftig keinen Durchzugsverkehr mehr. Parkmöglichkeiten stehen – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Damit dies möglich ist, bedarf es einer bestmöglichen Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Daher wird der getaktete, öffentliche Verkehr in Villach künftig primär an der Vernetzung dieser Stadtteil-Oasen ausgerichtet. Dies bedeutet, dass das Ziel des öffentlichen Verkehrs in Zukunft eine barrierefreie und zeiteffiziente Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteil-Oasen ist. In den Stadtteil-Oasen angekommen, bietet sich die Stärke der Multimodalität an. Diese sollen künftig als Mobilitäts-Hubs fungieren. Bedürfnisgerecht stehen dort Bike-, und Carsharing Angebote, eine sehr gut ausgebaute Radinfrastruktur und Mitfahrbänke bereit, die dabei helfen an das jeweilige Ziel zu gelangen.

Darüber hinaus schlagen wir vor zwischen den Stadtteil-Oasen und der Innenstadt durchgängige, baulich getrennte Radhighways und Rad-Vorrangsstraßen zu errichten, die das Fahrrad zu einer ernsthaften, sicheren und schnellen Alternative zum motorisierten Individualverkehr machen.
Durch die Verkehrsberuhigung innerhalb der Stadtteil-Oasen wird darüber hinaus das Gefahrenpotential für besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer sehr jungen oder gehobenem Alters stark verringert. Besonders dem Schutzaspekt ist in der Verkehrsplanung der Zukunft eine wesentlich höhere Priorität einzuräumen.

Neben der städteplanerischen Funktionalität, ist es uns vor allem ein Anliegen, dezentrale, öffentliche Räume zu entwickeln, die als Orte der Begegnung und des Austauschs dienen und so die nachbarschaftlichen Strukturen stärken. Durch die Revitalisierung historischer Kerne und die Entwicklung neuer „Oasen“, sollen pulsierende Zentren der einzelnen Stadtteile entstehen die zum Wohlfühlen, Aufhalten und Verweilen einladen und somit auch zu Lebensmittelpunkten werden. Als besonders wichtig erscheint uns hierbei die Schaffung von Freiräumen wie offenen Werkstätten, offenen Küchen, Werkzeugbibliotheken und Schenk-Räumlichkeiten usw.

Die genannten Bestandteile der Stadtteil-Oasen sind als Vorschlag zu verstehen. Die detaillierte Gestaltung der einzelnen Oasen ist in erster Linie mit den Menschen vor Ort im Zuge von Bürgerbeteiligungsprozessen zu definieren.

Villach fährt “ECitybus”

Tolle Neuigkeiten: In Villach kommt einiges in Bewegung! 🚌

Seit dieser Woche dreht ein elektrisch betriebener „City-Bus“ seine Runden durch die Villacher Innenstadt. Und das beste daran: Das Mitfahren ist kostenlos! 😀

Somit wird ein von uns im September 2017 eingebrachter Antrag für einen kostenlosen „E-City-Bus“ vollinhaltlich umgesetzt, obwohl dieser Antrag bis jetzt von der Stadtregierung verschleppt und noch gar nicht auf eine Tagesordnung des Gemeinderates gesetzt wurde. 🧐

Umso mehr freuen wir uns daher über dieses Umdenken und über diesen ersten Schritt hin zum „freien, öffentlichen Verkehr“ sowie zur „autofreien Innenstadt“, zu der wir ebenfalls bereits mehrere Vorschläge im Gemeinderat eingebracht haben, die bislang aber mehrheitlich abgelehnt wurden….
Für eine Trendwende in der Verkehrspolitik braucht es unseres Erachtens sowohl eine Ausweitung des Öffi-Angebotes als auch (finanzielle) Anreize, damit das Angebot auch genutzt wird. ☝️

Der „ECitybus“ fährt von Montag bis Samstag (werktags) ab 08:30 Uhr und dann im Halb-Stunden-Takt. Die letzte Fahrt startet um 18.30 Uhr.

Die Route: Drauboden-Parkplatz – Bahnhofstraße – Gerbergasse – Freihausplatz – 8.-Mai-Platz, Italiener Straße – Marksgasse – Widmanngasse – Markthalle – Lederergasse – Bahnhofstraße – Drauboden-Parkplatz.

Der Antrag für einen E-Citibuy aus dem Jahr 2017 ist – wie auch alle anderen Erde-Anträge – hier nachzulesen:

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