Verantwortung ERDE freut sich über das Aus für das LKW-Logistikzentrum – ein großer Erfolg der Bürgerinitiative „Rett ma die Schütt“
Statt Alplog Nord stellte die Stadt heute „Food & Data“ vor: eine Serverfarm, deren Abwärme Gewächshäuser und Fernwärme speisen soll. Die Details sind noch völlig offen. Strom- und Wasserverbrauch sowie die konkret geplante Verbauung werden für uns die zentralen Kriterien sein.
Die Stadt Villach hat heute neue Pläne für die Federauner Felder vorgestellt: Statt des LKW-Verteilerzentrums Alplog Nord soll eine Serverfarm auf rund sechs Hektar entstehen. Ihre Abwärme soll bis zu zehn Hektar Gewächshäuser beheizen und darüber hinaus ins Villacher Fernwärmenetz fließen. Wir begrüßen grundsätzlich dieses Umdenken.
„Wir freuen uns, dass die Stadt den Weg des LKW-Logistikzentrums verlässt und über Lebensmittel und Energiekreisläufe nachdenkt.“, sagt Klubobmann Gerald Dobernig.
Ein Sieg der Bürger:inneninitiative. Dass auf den Federauner Feldern heute noch Gras wächst, ist kein Zufall. Ohne den jahrelangen, ehrenamtlichen Einsatz der Bürgerinitiative „Rett ma die Schütt“ und ihre erfolgreichen rechtlichen Schritte stünde auf dieser Wiese schon lange ein LKW-Verladezentrum. Gemeinsam mit dem Kärntner Naturschutzbeirat und einer Naturschutzorganisation hat die Initiative erreicht, dass das Bundesverwaltungsgericht Anfang 2025 die Feststellung des Landes aufgehoben hat, wonach keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei. Das Landesverwaltungsgericht Kärnten hat die naturschutzrechtliche Bewilligung der Stadt aufgehoben.
„Dieser Tag gehört den vielen Menschen, die über Jahre Unterschriften gesammelt, Einwendungen geschrieben, Verfahren geführt und sich nicht entmutigen haben lassen. Es ist ihr Sieg. Wir sagen Danke“, so Dobernig.
Die Details sind noch völlig offen. Was heute präsentiert wurde, ist eine Idee, noch kein Projekt. Verantwortung ERDE wird sich die Projektvorstellung in den nächsten Tagen genau ansehen. Drei Fragen stehen dabei für im Mittelpunkt: Wie viel Strom braucht die Serverfarm, und woher kommt er? Wie viel Wasser wird für die Kühlung benötigt, und wohin geht es? Und wie viel Fläche wird tatsächlich verbaut und versiegelt – direkt neben dem Natura-2000-Gebiet Schütt-Graschelitzen am Fuß des Dobratsch.
„Abwärme zu nutzen statt sie in die Luft zu blasen, ist ein guter Gedanke. Ob daraus ein gutes Projekt wird, entscheidet sich an Strom, Wasser und Boden. Diese drei Kriterien werden wir anlegen – sachlich und mit offenem Blick“, sagt Dobernig.
Die angekündigte Einbindung des gesamten Gemeinderates nehmen wir gerne an.Ernährungssouveränität ist angekommen. Seit vielen Jahren setzen wir uns als Verantwortung ERDE dafür ein, dass Villach seine Nahrung wieder selbst wachsen lässt – mit Anträgen im Gemeinderat, mit Gemeinschaftsgärten und Stadtteiloasen, mit vielen kleinen Schritten. Dass regionale Lebensmittelproduktion heute im Zentrum eines der wichtigsten Stadtprojekte steht, ist für uns eine Bestätigung dieses Weges. „Nach unseren jahrelangen Bemühungen ist die Ernährungssouveränität bei den zentralen Projekten der Stadt angekommen. Sie hat damit endlich den Stellenwert, den sie braucht. Jetzt geht es darum, dass aus der Ankündigung ein Projekt wird, das zu diesem Ort passt – für ein Villach, das lebt“, so Dobernig abschließend.