Neue Greenpeace-Analyse bestätigt hohe Hitzebelastung im Stadtzentrum. Wir schließen uns der Forderung nach einer „Naturstadt-Garantie“ an und schlagen konkrete Schutzmaßnahmen vor – nach dem Vorbild von Wien, Graz und Innsbruck.
Eine aktuelle Greenpeace-Analyse weist für das Villacher Stadtzentrum aufgrund des geringen Grünanteils eine „hohe Hitzebelastung“ (Stufe 4 von 5) aus. Im Vergleich von 80 untersuchten Gemeinden liegt Villach auf Platz 66. Wir erneuern erneuert die Forderung nach einem Hitzeaktionsplan für die Stadt.
Villach soll eine Stadt sein, in der Menschen auch an heißen Tagen sicher und gut leben können. Dafür braucht es mehr Grün im dicht bebauten Zentrum und verlässliche, frei zugängliche kühle Orte. Schon im Rekordhitzejahr 2024 haben wir im Gemeinderat die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans beantragt. Der Antrag wurde mit dem Hinweis abgelehnt, das Land sei zuständig; verwiesen wurde auf den Kärntner „Hitzeschutzplan“. Dieser besteht im Kern jedoch aus einem Lagebericht mit allgemeinen Empfehlungen zum persönlichen Umgang mit Hitze. Konkrete Unterstützung für die Menschen vor Ort ist daraus bis heute nicht entstanden.
„Wien zeigt, dass es anders geht: Mit den ‚Coolen Zonen‘ und ‚Coolen Straßen‘ gibt es dort kostenlose, öffentlich zugängliche Orte, an denen sich Menschen an heißen Tagen abkühlen können. Organisation und Know-how dafür kann und muss die Stadt selbst übernehmen. Darauf zu warten, bis ein anderer zuständig ist, hilft den Betroffenen nicht“, so DI Gaby Krasemann.
Für einen wirksamen Hitzeschutz braucht es aus unserer Sicht:
- eine Koordinierungsstelle, die bei Hitzewarnung aktiviert wird
- sichtbare, öffentlich zugängliche kühle Räume
- einen Begrünungsplan gegen Hitzeinseln
- die Stärkung der Nachbarschaftshilfe
Städte wie Wien, Graz und Innsbruck machen vor, wie das gelingt: mit abteilungsübergreifenden Kernteams, die auf Hitzewarnungen reagieren, und einem Hitzeaktionsplan mit konkreten Maßnahmen.
„Hitzewellen treffen Villach jeden Sommer. Es liegt in unserer Verantwortung, die Stadt darauf vorzubereiten – mit Vorsorge statt Zuwarten“, so DI Krasemann abschließend.