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Food & Data: Richtige Idee, falscher Ort

von rene

Verantwortung ERDE fordert Standortprüfung vor Flächenplanung – die Rohrkaserne liegt im Industriegebiet, die Federauner Felder am Natura-2000-Gebiet

Verantwortung ERDE benennt entscheidende Kriterien für das Projekt „Food & Data“: Strom, Wasser und Boden. Beim Boden fällt die Entscheidung bereits vor jeder Detailplanung. Eine Serverfarm braucht Strom, Glasfaser, einen Wärmeabnehmer und eine Industriewidmung – aber keine Wiese am Fuß des Dobratsch. Verantwortung ERDE fordert daher, alternative Standorte zu prüfen, bevor für Federaun auch nur ein Plan gezeichnet wird. Die frei werdende Rohrkaserne in Seebach ist dafür ein naheliegender Kandidat.

Villach, 7. Oktober 2026 – Das Aus für das LKW-Logistikzentrum Alplog Nord ist ein Erfolg der Bürger:inneninitiative „Rett ma die Schütt“ und ein Umdenken, das Verantwortung ERDE ausdrücklich begrüßt. Ebenso erfreulich ist, dass mit Ernährungssouveränität, Energiesouveränität und Datensouveränität drei Themen im Zentrum eines städtischen Großprojekts stehen, für die sich die Bewegung seit Jahren einsetzt.

„Dass die Villacher Politik heute über Lebensmittel-, Energie- und Datenkreisläufe nachdenkt, ist ein Meilenstein für unsere Stadt. Aber Souveränität beginnt beim Boden. Wer sie ernst meint, prüft zuerst Alternativen.“

– Gerald Dobernig, Klubobmann Verantwortung ERDE

Federauner Felder sind wichtige Naturflächen und kein Industriestandort

Die Federauner Felder grenzen unmittelbar an das Natura-2000-Gebiet Schütt-Graschelitzen.Dass die Federauner Felder heute noch ihre wichtige Boden-Funktionen erfüllen, natürliche Retentionsfläche sind und den Tieren aus dem angrenzenden Natura2000-Gebiet als wichtige Freifläche dienen, verdanken wir jahrelangem Widerstand und zwei Gerichtsentscheidungen.. Für Verantwortung ERDE steht fest: Die Verbauung dieses ökologisch sensiblen Gebietes muss verhindert werden – unabhängig davon, ob darauf ein Verladezentrum oder eine Serverfarm steht.

Rohrkaserne: Industriegebiet statt Wiese

Mit der Fertigstellung der neuen Hensel-Großkaserne wird die Rohrkaserne in Seebach in den kommenden Jahren aufgelassen. Die Stadt Villach hat zur Errichtung der neuen Kasernenzufahrt über 8 Millionen Euro beigetragen und Bürgermeister Albel hat bereits 2022 öffentlich Interesse an der frei werdenden Fläche bekundet. Es wäre konsequent, diese Investition nun für die Stadt arbeiten zu lassen. Für den Standort spricht:

  • Fläche: Mit rund 7,5 Hektar ist das Areal größer als die sechs Hektar Industriegebiet in Federaun.
  • Energie: Das Gelände grenzt unmittelbar an die KELAG. Strom- und Fernwärmeanschluss, die in Federaun erst gebaut werden müssten, sind hier Infrastruktur im Bestand.
  • Daten: Seebach ist gewachsenes Industriegebiet mit vorhandener Glasfaserinfrastruktur und kurzer Anbindung an den Villacher ALPSiX-Knoten.
  • Boden: Eine bereits verbaute Bestandsfläche zwischen Imerys, 3M und Flowserve – mitten in einem dezidierten Industriegebiet.
  • Emmissionen: Mitten in einem dezidierten Industriegebiet stören Geräusche und trotz allem entstehende Abwärme weder Mensch noch Tier

„Alles, was für Federaun spricht, ist, dass die Fläche der Stadt gehört. Das ist eine Bilanzposition, kein Standortargument – und als Begründung für die Zerstörung eines so sensiblen Gebietes zu wenig.“

– Gerald Dobernig

Prüfen, bevor geplant wird

Die Einbindung des gesamten Gemeinderates in die Task Force nimmt Verantwortung ERDE gerne an – mit einer klaren Erwartung an die Reihenfolge. Verantwortung ERDE fordert:

  • eine gleichwertige Standortprüfung für die Rohrkaserne und potentielle weitere Bestandsflächen im Industriegebiet als ersten Arbeitsauftrag der Task Force;
  • keine Bebauungsplanung in Federaun, solange diese Prüfung nicht abgeschlossen ist;
  • verbindliche Zusagen statt Ankündigungen: Gewächshausbetreiber, Fernwärme-Einspeisung und Bodenschutz müssen im angekündigten Vertrag festgehalten werden.

„Wir sagen Ja zu Fernwärme aus Abwärme, Ja zu heimischem Gemüse und Ja zu Daten, die in Kärnten bleiben. Eine Serverfarm steht dort richtig, wo schon Industrie ist – nicht dort, wo die Schütt beginnt. Für ein Villach, das lebt“, so Dobernig abschließend.

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