Das Geld aus dem KELAG-Fond ist schon zur Hälfte aufgebraucht und trotzdem ist Villach extrem verschuldet – wir brauchen eine Debatte über das Erbe von morgen.
Eine Stadt verantwortungsvoll zu führen heißt, in Generationen zu denken. In den zehn Jahren, in denen Günther Albel Bürgermeister und Finanzreferent ist, hat sich die finanzielle Ausgangslage der Stadt deutlich verschlechtert. Der Stadtrechnungshof beziffert den Schuldenstand, inklusive der zweiten Eishalle, mit Ende 2026 auf mindestens 168 Millionen Euro. Das Verhältnis des negativen Finanzvermögens zu den jährlichen Einnahmen liegt bei 65 Prozent — vor zehn Jahren waren es 15 Prozent. Diese Zahlen geben Anlass zur Besorgnis und werfen eine wichtige Frage auf: Welchen Handlungsspielraum geben wir der nächsten Generation in die Hand, um auf Krisen wie Klima, Energie oder Wohnen reagieren zu können?
Was uns die Vergangenheit in der Zukunft kostet
Allein der Betrieb der Stadthalle, der zweiten Eishalle und die entsprechende Schuldentilgung werden künftig jährlich über 3,2 Millionen Euro verschlingen — rund 500.000 Euro mehr, als die Stadt selbst für den öffentlichen Verkehr aufwendet. Diese Mittel fehlen dort, wo sie im Alltag Lebensqualität schaffen würden: in dichterem Bustakt, bei leistbarem Wohnen, in sicheren Radwegen. Hinzu kommt: entgegen dem Versprechen der Mehrheit im Gemeinderat wurde laut Stadtrechnungshof von den Millionen des aufgelösten KELAG-Fonds kein einziger Euro in Wohnbau oder Radwege investiert.
Investieren — aber in das, was uns trägt
Verschuldung ist nicht grundsätzlich schlecht. Entscheidend ist, wofür Schulden aufgenommen werden. Investitionen in erneuerbare Energien, eine sichere Wasserversorgung, regionale Landwirtschaft, Saatgutvielfalt und Energiegemeinschaften zahlen sich für Generationen aus. Sie machen Villach unabhängiger von internationalen Krisen, schaffen Wertschöpfung vor Ort und sichern Lebensqualität. Projekte wie die zweite Eishalle, die mehrfach teurer gewordene Kasernenzufahrt oder das geplante Logistikzentrum Alplog Nord binden Mittel, die anderswo Zukunft schaffen könnten.
Wir wünschen uns für unsere Kinder eine Stadt, die widerstandsfähig ist: mit eigener Energieversorgung, fruchtbarem Boden, leistbarem Wohnraum und einer Verwaltung, die Spielraum hat. Unser Ziel für Villach ist Resilienz statt Abhängigkeit —für ein Villach, das lebt!