Jede der 13 städtischen Volksschulen soll ab Herbst 2027 jährlich 100 Euro pro Kind für eigene Projekte erhalten – abrufbar bei der Stadt, ohne übertriebene Bürokratie.
Seit dem Autonomiepaket 2017 dürfen Schulen Projekte freier gestalten, nur das Geld dafür bekommen sie nicht. Dabei haben die Villacher Lehrer:innen viele gute Ideen – von der Forscherwoche bis zur Imkerin, die mit ihren Bienen in die Klasse kommt. Diese Lücke kann die Stadt schließen. Die Menschen, die jeden Tag mit den Kindern arbeiten, wissen am besten, was gebraucht wird.
Verantwortung ERDE schlägt dazu den „Villacher Schulhunderter“ vor: Jede städtische Volksschule soll ab dem Schuljahr 2027/28 ein eigenes Projektbudget von 100 Euro pro Kind und Schuljahr bekommen. Eine Schule mit 200 Kindern könnte damit über 20.000 Euro im Jahr verfügen. Die Schule entscheidet, wofür das Geld eingesetzt wird – die Stadt reserviert das Budget und bezahlt die Rechnungen direkt. Gedacht ist es für Projekte, die den Unterricht ergänzen und vertiefen: Fachleute aus Handwerk, Wissenschaft und Kunst im Unterricht, Musik- und Theaterprojekte, Schulgärten, Naturerlebnistage oder Kooperationen mit Villacher Vereinen, Betrieben und Museen. Dadurch wird es Kindern ermöglicht wertvolle Bildungserfahrungen zu machen, die von den Mindestanforderungen der Lehrpläne nicht abgedeckt werden.
Als Schulerhalterin sorgt die Stadt heute für Gebäude, Ausstattung und Betreuung. Darüber hinaus zeigen andere Gemeinden und Städte bereits vor, dass man sich nicht auf die Rolle als Schulerhalterin beschränken muss, sondern selbst aktive Bildungspolitik betreiben kann:
„Städtische Bildungspolitik muss im Jahr 2026 mehr sein als nur Gebäude zu verwalten. Die Pädagog:innen wissen am besten, was vor Ort gebraucht wird. Geben wir Ihnen auch die Mittel, um tolle Projekte umzusetzen.“, sagt Klubobmann Gerald Dobernig
Villach wäre nach dem Wissen der Fraktion die erste Kärntner Stadt mit einem eigenen Projektbudget für alle ihre Volksschulen. Die Kosten werden bei rund 2.000 Volksschulkindern auf etwa 200.000 Euro pro Jahr geschätzt – weniger als ein 0,1 Prozent des städtischen Budgets.
Vorbilder gibt es in Österreich bereits: Wien stellt allen Pflichtschulen mit den „Wiener Bildungschancen“ seit 2023 ein Budget für externe Workshops zur Verfügung, Graz lässt seine Schulleitungen über einen Teil der Mittel selbst entscheiden.
“Unser Ziel ist Handwerk, Natur oder Kunst für unsere Kinder aus den Lehrbüchern zu holen und in der echten Welt erlebbar zu machen“, so Dobernig abschließend.
Der Antrag zum “Schuldhunderter” ist Teil 3 des Schulpakets von Verantwortung ERDE, nach der verschränkten Ganztagsvolksschule und dem Villacher Schulstartpaket.