Kein Platz für Rassismus in Villach!

Die Bewegung Verantwortung Erde verwehrt sich gegen das fremdenfeindliche Bild, das offizielle Vertreter der Stadt durch ihre medialen Aussagen von Villach zeichnen. Rassismus sollte in der Repräsentation der Stadt keinen Platz haben. Bürgermeister Günther Albel und Stadtrat Erwin Baumann sprechen bei weitem nicht für alle Villacher*innen.

Seit vielen Jahren kocht die Debatte über die Unterbringung geflüchteter Menschen auch in der Draustadt immer wieder auf und genauso lange wird sie teilweise auch menschenverachtend geführt.
Seit dieser Woche hat der rassistische Unterton in der Diskussion jedoch einen neuen Tiefpunkt erreicht, den wir als Verantwortung Erde nicht länger unkommentiert lassen können und wollen.

Sowohl Bürgermeister Albel, als auch Stadtrat Baumann, halten es für notwendig in der medialen Diskussion um die Unterbringung von 150 geflüchteten Menschen in Langauen, einen Zusammenhang zwischen Asylsuchenden und der Verbreitung des Corona-Virus herzustellen. Der Bürgermeister verlangt in einem Artikel der Kronen-Zeitung vom 05.06.2020 “… einen negativen Coronatest von jedem, der in Langauen untergebracht werden soll.” Stadtrat Baumann spricht in seiner Aussendung überhaupt von “einer tödlichen Gefahr”, und einem potentiellen “Corona-Hotspot”, den die “herangekarrten” Menschen mit sich bringen könnten.

Sollten sich die Aussagen rein auf das Gefahrenpotential von Reisenden aus dem Bereich Wien beziehen, ist es für uns unverständlich, warum die Herren ähnliches Vokabular nicht auch gegenüber Touristen aus dem Großraum Wien verwenden. Denn dort waren diese 150 Frauen und Männer, die zu großen Teilen aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu uns geflüchtet sind, zuvor untergebracht. Während den Schutzsuchenden pauschal ein nicht wissenschaftlich belegbarer Zusammenhang mit einer tödlichen Krankheit unterstellt wird, obwohl sie sogar bereits vor ihrer “Verlegung” auf Corona gestestet werden,  wird um zahlende Touristen aus dem In- und Ausland händeringend geworben, ohne einen solchen Test einzufordern. Für uns entsteht daher leider stark der Eindruck, dass es sich hierbei um einen gezielten Versuch handelt, auf dem Rücken von Schutzsuchenden politisches Kleingeld zu wechseln.

Wir empfinden es als erschütternd und beschämend, dass offizielle Vertreter unserer Stadt im Namen der Villacher*innen solche Aussagen treffen. Es ist uns daher ein Anliegen klar festzuhalten, dass dieses offen fremdenfeindliche Gedankengut weder uns und schon gar nicht alle Villacher*innen repräsentiert. Der Versuch das Streuen von Ängsten und Zwietracht zum politischen Vorteil auszunützen, hilft niemandem. Gerade in Zeiten der Krise bedarf es einer politischen Führung, die Brücken baut und Zusammenhalt fördert.

Veröffentlicht in Allgemein.

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