Anträge: Errichtung eines Arboretums, etc.

Anträge von Verantwortung Erde in der Gemeinderatssitzung vom 28.09.2018

Errichtung eines Arboretums

Ein Aroboretum ist ein “Freilicht-Baummuseum”, in dem die Diversität der Baumgattungen unserer Erde dargestellt und bewahrt werden. Sie haben nicht nur den Zweck, den Menschen als Bildungsräume und Naherholungsoasen zu dienen, sondern sie können auch zu Forschungszwecken und zur Vermehrung der Bäume genutzt werden. Wir schlagen vor, die Schützenwiese zum ersten Arboretum Kärntens zu verwandeln, was den bereits vorhandenen Naturlehrpfad optimal ergänzen würde.

Errichtung eines Lehrpfades am Römerweg – Latein im Freien

Wir wünschen uns, dass der Unterricht, der fast ausschließlich in Schulgebäuden stattfindet, um Angebote des außerschulischen Lernens und Erfahrens erweitert wird. In diesem Sinne schlagen wir vor, dass am Römerweg ein Latein-Lehrpfad anhand von “beschrifteten Meilensteinen” errichtet wird, der Lehrer*Innen dabei unterstützen soll, ihren Schüler*Innen die lateinische Sprache über ein “realitätsnahes” Medium näher zu bringen.

Paracelsuspark

Der große Visionär und Mediziner Paracelsus verbrachte einige Zeit seines Lebens in Villach, weshalb wir vorschlagen einen Paracelsus-Park in der Stadt zu errichten. In diesem Park sollten jene Pflanzen, von deren heilender Wirkung Paracelsus bereits wusste, mit Schildern bezeichnet und deren Wirkung beschrieben werden, um dieses Wissen interessierten Menschen näher zu bringen. Als möglichen Standort für diesen Park würden wir die Unterführung neben der Steinwenderstraße zur HAK vorschlagen, da diese Fläche von mehreren Schulen umgeben ist und der Park daher auch aktiv in den Unterricht integriert werden kann.

Projektorschnittstelle

Wir empfinden die Möglichkeit, im Gemeinderat Argumente mit Bildern zu unterstreichen, als wünschenswert und beantragen deshalb im Paracelsussaal eine Projektorschnittstelle
mit Umschaltinterface einzurichten.

Vilwand

Die Straßenmalerei – in ihren vielen Kunstformen – bereichert viele städtische, graue Wände, ist Teil der Straßenkunst einer Stadt und belebt viele eintönige Flächen. Uns ist es ein Anliegen, die Straßenkunst zu fördern, und deshalb schlagen wir vor, in Villach das Projekt “VilWand” zu starten, das ähnlich wie die Projekte in Salzburg (“Salzwand”) und Wien (“Wienwand”) aussehen kann, und KünstlerInnen dazu einlädt, Wände kreativ zu gestalten. Durch das Projekt “VilWand”sollen zur Gestaltung freigegebene Wände deutlich gekennzeichnet werden.

“Verordnung für Straßenmusik“

Wir wünschen uns, im Zuge unserer umfassenden Bemühungen um eine konsumzwangsfreie Belebung der Innenstadt, eine angemessenere und wertschätzendere Bezeichnung für jene rechtlichen Rahmenbedingungen, die Straßenkunst in der Villacher Innenstadt regeln und schlagen daher eine Änderung des Wortlautes von derzeit „Verordnung für Bettelmusizieren“ in „Verordnung für Straßenkunst“ vor.

Schenk-Box in der Innenstadt

Seit rund einem Jahr gibt es vor unseren Bewegungsräumlichkeiten in der Willroiderstraße Kärntens 1. „Schenkbox“. Über die Umsetzung der Idee, einen Ort zu schaffen, wo hingebracht werden kann, was nicht mehr benötigt wird, und mitgenommen werden kann, wofür man Verwendung findet, wurde landesweit positiv berichtet. Daraufhin hat sich auch die Gemeinde Ferlach inspirieren lassen und eine Schenk-Box auf ihrem Hauptplatz errichtet. Wir schlagen nun vor, auch in der Villacher Innenstadt, auf öffentlichem Grund, eine Schenk-Box als einjähriges Pilot-Projekt zu errichten und im Falle einer erfolgreichen Testphase auf die restlichen Stadtteile auszuweiten.

Unsere Anträge zum Nachlesen findet ihr wie immer unter Anträge. 🙂

Vom Gedeihen, neuen Aufgaben und Rochaden

Rochade im Gemeinderat
Nach wochenlangen Reflexionen über die Entwicklung der Bewegung, zahlreichen Gesprächsrunden und einigen inspirierenden Visionstreffen freuen wir uns darüber bekanntzugeben, dass von nun an René Kopeinig im Villacher Gemeinderat an erster Stelle „der Erde eine Stimme geben“ wird. In anderen Worten: Sascha Jabali, bisheriger ordentlicher Gemeinderat und Sprecher der Bewegung, wechselt seine Position mit René Kopeinig und ist nun zweitplatzierter der Liste und erster Ersatzgemeinderat der Villacher Fraktion „Verantwortung Erde“.

Vom Keimling zum Baum
Niemand hätte es je erahnen können und kaum jemand traut seinen Augen beim Betreten der E.R.D.E.*, dem Freiraum der Bewegung mit dem offenen und kunterbunten „Garten für ALLE“, auf den ersten Blick. Unzählige Menschen gehen tagtäglich aus und ein. Hochbeete werden immer wieder neu bepflanzt und bemalt. Pflänzchen und ausgediente Gegenstände zum Verschenken soweit das Auge reicht. Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen, die zusammensitzen und sich mit unerschrockenem Idealismus und steter Motivation Wege in eine neue Welt fern von Konkurrenz, Ausbeutung, Wachstumszwang und Geldherrschaft ausdenken und in der Praxis erproben. Es scheint als würde ein Film gedreht inmitten der Betonlandschaft des Villacher Bahnhofviertels…

Mit unserem Einzug in den Villacher Gemeinderat konnten die Samen, die während des Gemeinderats-Wahlfriedens 2015 gesät wurden, langsam keimen. Wir konnten die Räumlichkeiten in der Willroiderstraße durch die Förderung der demokratischen Arbeit anmieten und die ersten Schritte für den Garten E.R.D.E.*, einem essbaren Paradies inmitten der Innenstadt, setzen. Dadurch wurde die Idee einer „neuen Welt“ manifestiert, die Bewegung örtlich verankert, (be)greifbar und für viele interessierte Menschen zugänglich – ein hervorragender Nährboden und die besten Voraussetzungen für ein „junges Pflänzchen“, das bereit ist sich zu verwurzeln.

Was also mit einer handvoll motivierten, visionierenden Menschen, die mit dem starken Bedürfnis einen grundlegenden Wandel in möglichst vielen Bereichen unserer Gesellschaft anzuregen, sich am Villacher Hauptplatz zu Friedensgesprächen trafen begann, hat sich zu einer dynamischen Bewegung entwickelt. Nach dem Einzug in den Gemeinderat, unzähligen Veranstaltungen, Saatgut-, Erde-Dank und Schenk-Festen, Infoabenden, Vorträgen, praktischen Workshops und einem unglaublich ereignis- und erfahrungsreichen Antritt zur Kärntner Landtagswahl mit beachtlichem Wahlergebnis, finden wir uns in einer Phase des Gedeihens.Wir werden von Tag zu Tag breiter, bunter und vielseitiger und auch an anderen Orten Kärntens, finden sich immer mehr Menschen, die sich aktiv an dem gesellschaftlichen Wandel beteiligen und in mittlerweile 25 Arbeitsgruppen organisiert sind.

Diese 25 Arbeitsgruppen befassen sich neben der Gemeindepolitik beispielsweise mit der Gestaltung von kleinräumigem, autarkem Wohnraum, hierarchiefreier Entscheidungsfindung, Organisationsprozessen, den Gestaltungsprinzipien der Permakultur, der Etablierung einer Schenk-Ökonomie, und dem Aufbau geldfreier Kreisläufe, durch die wir mit Anbau und Verarbeitung von regionalen, pflanzlichen und giftfreien Lebensmitteln aktiv zur angestrebten Ernährungssouveränität beitragen. Gleichzeitig erproben wir dadurch Alternativen zur derzeit durchgesetzten, zerstörerischen, wachstums-gezwungenen Wirtschaftsform. Die ebenfalls entstandene „Erdakademie“ hat zum Ziel, diese Bereiche zu beforschen und erworbenes Wissen zu vermitteln und zu teilen.

Der Keimling ist zu einem Baum herangewachsen, auf dem die Gemeinderatsarbeit ein Ast von vielen Ästen ist.

Eine neue Aufgabenverteilung
Durch diese Entwicklung und die Breite an Aufgaben, die sich im Laufe unserer Bewegungsgeschichte aufgetan haben, hat sich gezeigt, dass die Koordination dieser Vielzahl von
Menschen und Aktivitäten vermehrter Aufmerksamkeit bedarf. Wir sind außerdem an einem Punkt angelangt, an dem es sinnvoll ist, mehreren Menschen die Möglichkeit zu geben das „politische Handwerk“ zu erlernen und in der Praxis zu erproben, um der Bewegung auch auf parlamentarischer Ebene langfristig eine Stimme zu verleihen.

Das veranlasst uns, voller Freude und Tatendrang, zu einer Rochade im Villacher Gemeinderat. Sascha Jabali, unser bisheriger Gemeinderat, möchte nach 10 Jahren aktiver Gemeindepolitik und noch mehreren Jahren Erfahrung als Jugendrat und Schulsprecher der HAK Villach, nun seine Energien und Fähigkeiten der Koordination der Bewegung widmen und sich vermehrt um die praktische Umsetzung der Alternativen zur „Alternativlosigkeit“, wie dem Aufbau geldfreier Kreisläufe, kümmern. Zugleich möchte er am „politischen Ast“ der Bewegung für andere Menschen Platz machen und die Aufgabe übernehmen seine Erfahrungen innerhalb der Bewegung zu teilen und vor allem beratend zur Seite stehen.

Wir freuen uns, dass unser René Kopeinig, ein motivierter, intelligenter, ideenreicher, herzlicher und vor allem lernfähiger und weltoffener junger Mann, der Villach im Herzen trägt und offenen Auges durch unsere Stadt geht, sich dazu bereit erklärt, im Villacher Gemeinderat Verantwortung für die Erde zu übernehmen.

Pressefoto:

Archiv-Lösung für die Live-Übertragung

Pressemitteilung zur Live-Übertragung:

Die Gemeinderatsfraktionen wurden vom Bürgermeisterbüro erst für kommenden Freitag, den 06.07.2018, zur Fortsetzung der bisher stattgefundenen Gespräche zum Thema „Live-Übertragungen“ eingeladen. Wir waren daher überrascht, Günther Albels Pläne hierzu am Dienstag, den 03.07.2018, aus der Zeitung zu erfahren und hoffen, dass der Bürgermeister von der angekündigten Form der Umsetzung, die der interessierten Bevölkerung die Live-Übertragungen zum Nachsehen vorenthalten würde, noch ablässt.

Die Fraktionen der ÖVP, Verantwortung Erde, BLV und Gemeinderat Richard Pfeiler begrüßen zwar die späte Einsicht der SPÖ, nach jahrelangen Forderungen und Debatten doch noch Live-Übertragungen zuzulassen, sprechen sich aber nach wie vor ausdrücklich für eine Lösung aus die das Nachsehen der Gemeinderatsdebatten langfristig und unabhängig von den Sitzungszeiten ermöglicht. Was in anderen Städten wie Klagenfurt möglich ist, soll im Sinne der Transparenz und der barrierefreien Nachvollziehbarkeit von politischen Diskussionen und Entscheidungsfindungen auch den Villacherinnen und Villachern angeboten werden.

„Ich empfinde es als unsere Verantwortung als Gemeinderat die politischen Debatten und Entscheidungen möglichst transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Dazu gehört im Jahr 2018 – wenn man es ernst meint – auch die Möglichkeit Gemeinderatssitzungen online an- und nach-zusehen. Ein Live-Stream ohne Abruf-Möglichkeit ist zwar ein längst überfälliger Schritt nach vorne, schließt aber zB. all jene aus, die Freitags um 09:00 Uhr keine Zeit haben um die Budgetdebatten zu verfolgen und ist somit eine halbherzige Lösung.“ so Sascha Jabali für Verantwortung Erde.

„In Klagenfurt werden 90% der Gemeinderatssitzungen nachgesehen. Ich verstehe nicht warum vor allem SPÖ und FPÖ nicht wollen, dass die Bürger auch nach Wochen noch Themen nachsehen können. Es gibt doch nichts zu verheimlichen. Wenn die FPÖ immer BGM Albels Steigbügelhalter spielt sollen sie das für ihre Wähler auch öffentlich, zum nachsehen, zeigen. Auch der Bürgermeister spricht immer vollmundig von Bürgerbeteiligung, doch die Umsetzung zeigt, dass dies immer nur das absolute Minimum umfasst, das man ja nicht zu viel erfährt oder sieht, leider. Die Zeit der Hinterzimmer Politik ist vorbei, das müssen auch FPÖ Baumann und BGM Albel lernen.“ so ÖVP Klubobmann Christian Pober.