Mit Stadtteil-Oasen die Villacher Ortskerne beleben

Als Bewegung möchten wir den historisch bestehenden Ortskernen innerhalb des Villacher Stadtgebiets wieder mehr Bedeutung zukommen lassen, und Leben einhauchen. Der jahrzehntelange Fokus auf die Villacher Innenstadt, als einzige Begehrlichkeit in der Stadtpolitik, hat gleichzeitig zu einem weiteren Aussterben dieser Ortskerne geführt. Nachstehend findet ihr unseren Vorschlag in dem wir in ganz Villach “Räume für Menschen” entstehen lassen wollen.

Villach ist als Stadt geografisch einzigartig. Aus städteplanerischer Sicht geht diese Einzigartigkeit stark auf die historische Eingemeindung ehemals selbständiger Ortschaften zurück. Darum finden sich neben einem klar definierten Stadtzentrum innerhalb des Stadtgebietes von Villach auch periphere Stadtteil-Zentren, die in ihrer heutigen Form kaum noch als solche wahrgenommen und genutzt werden.

Ausgehend vom Prinzip der „Superblocks“, das in Barcelona erfolgreich angewendet wurde, möchten wir diese historischen Ortskerne wiederbeleben und die städteplanerischen Möglichkeiten der heutigen Zeit nicht nur auf das Stadtzentrum Villachs beschränken.

Konkret soll langfristig in jedem Ortsteil von Villach ein verkehrsberuhigtes Zentrum entstehen, das es den Bewohnern als Ort der Begegnung und des Austausches dient. Innerhalb dieses Zentrums (im weiteren „Kommunales-Zentrum“ genannt) sollen die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen möglichst in Gehreichweite befriedigt werden können.

Wir sehen folgende Komponenten als vielversprechende Puzzle-Stücke der je nach den Bedürfnissen der Bewohner frei gestalten werden können:

Lokale Zentren und Mobilität

Innerhalb der Stadt-Oasen gibt es künftig keinen Durchzugsverkehr mehr. Parkmöglichkeiten stehen – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr muss auf höchst möglichem Maße durchgeführt werden.

Hierbei wird der getaktete öffentliche Verkehr Villachs in Zukunft primär an der Vernetzung der lokalen Zentren ausgerichtet. Dies bedeutet, dass das Ziel des öffentlichen Verkehrs künftig eine barrierefreie und zeiteffiziente Verbindung zwischen den einzelnen lokalen Zentren ist. Von den lokalen Zentren ausgehend bietet sich die Stärke der Multimodalität. Bedürfnisgerecht stehen dort Bike-, und Carsharing Angebote, eine sehr gut ausgebaute Radinfrastruktur und Mitfahrbänke bereit, die die Menschen an ihr jeweiliges Ziel bringen.

Darüber hinaus möchten wir zwischen den Stadtteil-Oasen und der Innenstadt durchgängige, baulich getrennte Radhighways und Radvorrangsstraßen errichten, die das Fahrrad zu einer ernsthaften, gefahrenfreien und schnellen Alternative zum motorisierten Individualverkehr machen.
Durch die Verdrängung des motorisierten Individualverkehrs innerhalb der Stadteil-Oasen wird darüber hinaus das Gefahrenpotential für besonders Gefährdete Verkehrsteilnehmer sehr jungen oder gehobenem Alters stark verringert. Besonders dem Schutzaspekt ist in der Verkehrsplanung der Zukunft eine wesentlich höhere Priorität einzuräumen.

Auch wenn die Funktionalität aus städteplanerischer Sicht einen hohen Stellenwert einnimmt, ist es uns vor allem ein Anliegen in der ganzen Stadt verschiedene öffentliche Orte zu schaffen, die als Orte der Begegnung und des Austauschs dienen. Dabei geht es um die Revitalisierung historischer Zentren, wie auch um die Schaffung neuer Orte, in denen sich Menschen wohl fühlen und gerne aufhalten. Somit sollen die Stadt-Oasen auch zu Lebensmittelpunkten und pulsierenden Zentren der einzelnen Stadtteile werden. Hierbei sind uns die Schaffung von Freiräumen, offenen Werkstädten, offenen Küchen, Werkzeugbibliotheken und Schenkboxen ein besonders Anliegen.

Die genannten Bestandteile der Stadtteil-Oasen sind als Vorschlag zu verstehen. Die detaillierte Gestaltung der einzelnen Oasen ist in erster Linie mit den Menschen vor Ort im Zuge von Bürgerbeteiligungsprozessen zu definieren.

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