Die Gartensaison 2019 – Ein Jahr der Fülle

Das Gartenjahr 2019 war für uns wirklich unglaublich, vielfältig, erfahrungsreich und natürlich auch genussvoll. Für uns ist der Anbau von Lebensmitteln ein wichtiger Schritt, um unsere Bedürfnisse aus dem eigenen Lebensraum zu decken und ernährungssouverän zu werden. Wir wollen nicht mehr länger auf Kosten von Menschen und ganzen Ökosystemen leben, und versuchen uns daher schrittweise unabhängig zu machen und unseren Konsum weitmöglichst zu minimieren.

Begonnen hat alles - wie auch in den Jahren zuvor, bei den Saatgut-Festen – drei Mal haben wir einen Stand am Villacher Hauptplatz aufgebaut und sortenreines, vermehrbares und biologisches Saatgut verschenkt . Viele BesucherInnen haben auch die Feste zum Anlass genommen, ihr eigenes Saatgut mitzunehmen und dieses zu verschenken. Wenn man stundenlang am Hauptplatz steht und dabei mit unzähligen Menschen über Saatgut, den Gemüsebau und das Haltbarmachen von Lebensmitteln philosophiert, kann man gar nicht anders als große Lust zu bekommen, selbst mit dem „Garteln“ loszulegen. Erstmals hatten wir bei den Saatgut-Festen auch Saatkartoffel zu verschenken, die uns unser Freund Friedrich vom Permakultur-Vöstl-Hof im Gurktal zur Verfügung stellte.

Wir konnten also viele Samen, die all die begeisterten Besucher der Saatgutfeste mitbrachten, in unseren Gärten in der Stadt – dem Garten E.R.D.E.* und dem Wirth-Park – sowie auf unseren Gemüseacker in Finkenstein und einem weiteren Permakultur-Garten in Mallestig, aussäen. Außerdem konnten wir dieses Jahr zum ersten Mal unseren zweiten Raum der E.R.D.E.* für die Anzucht der Jungpflanzerl nutzen – die Überschüsse an jungen Pflänzchen haben wir natürlich beim Jungpflanzerl-Schenkfest verschenkt.

Durch die Feste und all unsere befreundeten Gärtner (allem voran die Gärtnerei Kölzer und die Naturgärtnerei Wedenig in Feldkirchen) hatten wir heuer eine Vielfalt in unseren Gärten, wie wir sie uns selbst kaum erträumen konnten. In den städtischen Gärten versuchten wir Pflanzen zu setzen, die über das ganze Jahr beerntet werden können – von verschiedenen Gewürz- und Heilkräutern, über Erdbeeren bis zum sich rankenden Himbeer-Spinat waren allerlei herkömmliche Kulturpflanzen und besondere Raritäten vertreten.

Auf unserem Gemüseacker und dem Garten in Mallestig ging es heuer wirklich rund. Abgesehen von den zehn Reihen Kartoffeln unterschiedlichster Sorten, konnten wir heuer das erste Mal wirklich ertragreich Gemüse anpflanzen. Für einige von uns war heuer DAS Zucchini- Gurken- und Kürbisjahr – für andere das Jahr der Bohnen und „Strankalan“, wie sie bei uns heißen. Vor allem waren wir auch von den tollen Paprika- und Chilipflanzen, dem Mangold, dem Poree und den unzähligen Krautköpfen entzückt.

Auf dem Gemüseacker in Finkenstein, den wir bewirtschaften dürfen, haben wir heuer auch schon die ersten Permakultur- und Wildniskultur-Elemente eingebaut. In einer Wildniskulturzone konnten wir Gemüse anbauen (vor allem Kürbis, Kartoffeln, Mais, Bohnen, Radieschen und Paprika) ohne dabei zu jäten und die Fläche zu pflegen. Mit großer Verwunderung stellten wir fest, dass die Kartoffeln in diesem Bereich am größten waren und nebenbei auch noch am wenigsten von Käfern befallen waren. Nächstes Jahr werden wir gespannt beobachten, was sich selbst ausgesät hat und in der Wildnis von Beikräutern und Gemüsepflanzen wächst und gedeiht. Außerdem haben wir heuer zwei Bohnentipis aufgebaut – diese waren nicht nur wunderschön anzusehen, sondern sie spendeten den Gärtnern sowie Schatten-liebenden Pflanzen ein wenig Sonnenschutz. Die Gewürzkräuter wie Majoran, die Zitronenverbene wie auch der Anisysop fühlten sich neben den Tipis besonders wohl.

Was neben der Gartlerei so alles lief?

Natürlich ist man, wenn man versucht sich selbst zu versorgen, nicht nur im Garten aktiv. Nebenbei versucht man auch noch so viel wie möglich haltbar zu machen, um auch über die kalte Jahreszeit versorgt zu sein und nicht auf den Supermarkt zurückgreifen zu müssen. Also haben wir in der großen Küche der E.R.D.E.* fleißig eingekocht, sauer eingelegt, getrocknet, gedörrt und fermentiert. Auf Anfrage gäbe es auch so einige tolle Rezepte, die wir gerne mit euch teilen! 🙂

All die Freude und Kraft, die heuer in den Garten und den Anbau von Lebensmitteln geflossen sind, mündeten dann in einem wundervollen Fest – dem Herbstfest – wo wir all die feinen, unbezahlbaren Köstlichkeiten miteinander teilten, gemeinsam verkosteten und den ereignisreichen Sommer Revue passieren ließen. Wir freuen uns auch darüber nächstes Jahr bei den Saatgutfesten und anderen Veranstaltungen wieder unsere selbst produzierten Lebensmittel anbieten zu können.

Nun freuen wir uns über den Winter – die Zeit in der wir Saatgut ausfieseln, sortieren und die nächste Gartensaison planen – denn die kommt bestimmt!

Veröffentlicht in Aktionen, Allgemein, E.R.D.E.*.

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