Grüne Oase statt Büros am Burgplatz

In den letzten Tagen sind wir von mehreren Villacher*innen kontaktiert und auf eine bevorstehende Bauverhandlung für ein Bauvorhaben hingewiesen worden, dass auf große Widerstände in der Bevölkerung stößt.

Es handelt sich dabei um die geplante Errichtung eines Bürogebäudes am Burgplatz in der Villacher Innenstadt und dadurch auch um die weitere Versiegelung besonders rar gewordenen Grünraumes in der Innenstadt.

Das Ringen um dieses Bauprojekt zieht sich bereits über mehrere Jahre hin. Nachdem die Stadt Villach im Juli 2014 die erste Baugenehmigung erteilt hatte, wurde nach einer Beschwerde der Anrainer vom Landesverwaltungsgericht Kärnten mit Erkenntnis vom 20. Oktober 2016 die Baubewilligung versagt und auch der Teilbebauungsplan als ungültig erklärt. Auch wurde nach einer Beschwerde der Anrainer Aichholzer und Piccottini ein Bescheid des Vermessungsamtes Villach in diesbezüglicher Angelegenheit vom Bundesverwaltungsgericht ersatzlos aufgehoben.

Nun starten die Bauwerber bzw. die Stadt Villach den nächsten Anlauf – am 09.06.2020 soll wieder eine Bauverhandlung stattfinden.

Alois Aichholzer, einer der Anrainer, hat uns seine Stellungnahme zugesendet und weitere Stellungnahmen anderer Anrainer angekündigt.

Unsere Stellungnahme zur Situation am Burgplatz:

“Die sorgfältig ausgeführte Argumentation in der Beschwerde der Anrainer erscheint uns schlüssig und nachvollziehbar. Auch die Tatsache, dass bereits im Jahr 2016 ein Teilbebauungsplan vom Landesverwaltungsgericht als ungültig erklärt wurde und ein Bescheid des Villacher Vermessungsamtes vom Bundesverwaltungsgericht ersatzlos aufgehoben wurde, untermauern diesen Eindruck.

Wir können dem von den Anrainern entwickelten Vorschlag, den vorhandenen Grünraum zu einer Grün-Oase am Burgplatz zu erweitern, anstatt ihn für ein Bürogebäude zu versiegeln natürlich sehr viel abgewinnen. Auch ein von der Stadt Villach beauftrages Expertenteam hat in ihrer “Potentialanalyse Kaiser Josef Platz Viertel” festgestellt, was vielen aufmerksamen Villacher*innen schon lange bekannt ist: “Abgesehen vom kleinen Rosengarten befinden sich keine öffentlich nutzbaren Grünflächen mit Aufenthaltsqualitäten innerhalb der Fußgängerzone.”

Das Expertenteam rät der Stadt Villacht daher dazu, an Privateigentümer heranzutreten “,um langfristig gesehen wieder die Nutzung von Grünraum innerhalb der Altstadt zu etablieren, die über bloße Begleitpflanzungen hinausgehen”.

Sascha Jabali: Wir haben erst kürzlich unter hohem Energie- und Kosten-Aufwand Flächen in der Villacher Innenstadt entsiegelt, um der ausgeuferten Verbauung entgegenzuwirken. Warum die Stadtregierung dennoch an einem rechtlich höchst fragwürdigen Bauprojekt festhält, durch das weiterer, rar gewordener Grünraum einem Bürogebäude weichen soll, ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir appelieren an die Kolleg*innen des Gemeinderates, die Empfehlungen der von uns beauftragten Berater und vor allem auch die Vorschläge der anrainenden Villacher*innen im Sinne der Bürgerbeteiligung ernsthaft in Betracht zu ziehen. Mit dem Versuch am Burgplatz eine Grün-Oase entstehen zu lassen, könnten wir die Vorschläge unserer Berater mit den Ideen und Bedürfnissen der engagierten Anrainer verbinden und gemeinsam eine Lösung entwickeln, die das Stadtklima (in jederlei Hinsicht) nachhaltig verbessert.”

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