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Verantwortung Erde gewinnt österreichweiten Publikumspreis für Mobilitätskonzept

von Lennart

Nach der Kärntner Expert:innenjury des VCÖ ist auch nach einer österreichweiten Onlineabstimmung das Konzept der Erde für eine „Autofreie Innenstadt und Stadtteiloasen“ von den Teilnehmenden auf den ersten Platz gewählt worden. Verkehrsreferent Dobernig will im Herbst mit einer Podiumsdiskussion den öffentlichen Diskurs in Villach beginnen.

Die Herausforderungen, die eine umfangreiche Bewältigung der Klimakrise mit sich bringt, sind enorm. Unsere Gesellschaften müssen sich auf mehreren Ebenen grundsätzlich transformieren. Um Menschen den Umstieg vom Individualverkehr zu ÖPNV und Sharing-Konzepten zu ermöglichen, braucht es neben einem soliden und schnellen Ausbau derselben auch eine Umverteilung des Platzes im öffentlichen Raum.

„Die notwendige Umgestaltung unserer Stadt sollte nicht vom Schreibtisch aus entschieden werden. Deswegen laden wir alle Interessierten und auch kritischen Menschen ein, über unsere Vorschläge zu diskutieren. Nur gemeinsam finden wir die beste Lösung“ – meint Verkehrsreferent Gerald Dobernig.

„Eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und der Ausbau von Radinfrastruktur kommt vor allem jenen Bevölkerungsgruppen zu Gute, die sich schon jetzt kein Auto leisten können. Die größte Herausforderung wird es dabei in den kommenden Jahren sein, die politischen Mehrheiten von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit dieser Projekte zu überzeugen. Ein weiteres Verschlafen können wir uns hierbei in Villach nicht leisten,”  so Dobernig abschließend.

Das eingereichte Konzept im Detail erklärt:

Autofreie Innenstadt als Lebens- und Freiraum

Städte in ganz Europa leben es in jeder Größenordnung vor: Von Kopenhagen über Maastricht und Ljubljana bis nach Gmünd. Die lebenswertesten Fleckerln entwickeln sich dort, wo der motorisierte Individualverkehr nicht mehr stattfindet. Die durch die Umnutzung neu entstehenden Freiräume sollen der Schaffung von lebenswertem Raum für Menschen gewidmet werden. Es entsteht Platz für Musik und Straßenkunst, die Ansiedlung von Kunst- und Handwerksbetrieben, freie Werkstätten und mehr Begrünung. Um den Innenstadtring herum können an neuralgischen Punkten mit Parkhäusern mehr Parkmöglichkeiten geschaffen werden. An diesen Punkten könnten dann auch (E-)Bike und Lastenrad-Sharing angeboten werden. In anderen Städten werden so genannte City-Hubs betrieben, die für eine eine 24 Stunden Anlieferung von Innenstadtwaren sorgen, aber auch zum Transport von Personen mit eingeschränkter Mobilität dienen.

Hier finden Sie einen ausführlicheren Artikel aus dem Jahr 2019: https://www.verantwortung-erde.org/innenstadt-neu-denken/
stadtteiloase
„Stadtteil-Oasen“ als Lebenszentrum der Stadtteile

Aber nicht nur die Innenstadt wird im Konzept von Verantwortung Erde in den Blick genommen. Gerade in der Wiederbelebung der alten Ortskerne Villachs sieht die Bewegung eine Chance auf eine höhere Lebensqualität der Villacher:innen und eine Verbesserung ihrer Mobilität. Konkret soll langfristig in jedem Stadtteil von Villach ein verkehrsberuhigtes Zentrum entstehen, das den Bewohner:innen als Ort der Begegnung und des Austausches dient. Innerhalb dieser „Oase“ sollen die grundlegenden Bedürfnisse der Stadtteilbewohner:innen  – wie Nahversorger:innen, Ärzt:innen etc. – möglichst in Geh- bzw. Rad-Reichweite erreichbar sein. Der getaktete, öffentliche Verkehr und der Ausbau der Radinfrastruktur in Villach würden primär an der Vernetzung dieser Stadtteil-Oasen ausgerichtet. Diese sollen künftig als Mobilitäts-Hubs fungieren. Bedürfnisgerecht stehen dort Bike-, und Carsharing Angebote sowie Mitfahrbänke bereit, die die Infrastruktur bieten, an das jeweilige Ziel zu gelangen.

Hier findet sich ein ausführlicherer Artikel aus dem Jahr 2020: https://www.verantwortung-erde.org/den-wert-der-villacher-ortskerne-erkennen/

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