Freier öffentlicher Verkehr

Eine der essentiellsten Aufgaben im Streben nach einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gestaltung unseres Lebensraumes, ist mit Sicherheit jene, nach nachhaltiger, umweltfreundlicher Mobilität und somit einem funktionierendem öffentlichen Verkehr.
Dieser muss für die Menschen Anreiz sein, das Auto stehen zu lassen bzw. sich in weiterer Folge und im besten Falle erst gar keines anzuschaffen.
Wir glauben, und die Erfahrungen zahlreicher anderer Städte bestätigen uns, dass neben dem Ausbau des Angebotes durch Fahrtakterhöhung, längere Fahrtzeiten auch außerhalb der Schulzeit, Verbesserung der Anschlussmöglichkeiten (mit Einbeziehung der nutzenden Fahrgäste) und der besseren Einbindung von äußeren Stadtteilen, vor allem der FREIE ZUGANG, also ohne Fahrtkartenkosten, Anreiz bieten, sich mit dem Bus fortzubewegen.
Die Annahme und Nutzung bzw. der Umstieg auf öffentlichen Verkehr, ist in erster Linie für die Umwelt wichtig. Da sich hierbei viele Menschen ein Fortbewegungsmittel teilen, spart es Ressourcen, verringert Verkehr und somit CO²-Ausstoß und trägt zur Verbesserung, sowie zur Erhaltung unserer Luftqualität bei.

Natürlich würde so eine Maßnahme „etwas“ kosten. In Kärnten kommen aber laut Rechnungshofbericht lediglich 12% der Gesamtkosten für den öffentlichen Verkehr über den Fahrkartenverkauf zustande. Dieses Geld ist auf alle Fälle vorhanden, die Umsetzung liegt lediglich an einer politischen Willensentscheidung und Prioritätensetzung! Wir möchten beispielsweise an Stelle einer zweiten (!) Eishalle, um stolze neun Millionen Euro, ganz klar zu Gunsten eines funktionierenden öffentlichen Verkehrs aktiv werden.

Dieses Geld geht nicht verloren oder verpufft, sondern bietet die Möglichkeit gezielt nachhaltiges Verhalten zu fördern und kommt direkt jenen Menschen zu Gute, die auf die Nutzung eines Autos verzichten und somit Verantwortung für sich, ihre Kinder und unser aller Umwelt übernehmen wollen. Natürlich würde diese Maßnahme auch finanziell schlechter gestellten Menschen zu Gute kommen und ihnen Mobilität erleichtern oder erst ermöglichen.
Die Erfahrungswerte anderer Städte zeigen auch, dass durch solche Maßnahmen dem fast überall voranschreitenden „Innenstadtsterben“ entgegenzuwirken ist, da erleichterte Mobilität die Stadt im Ganzen und die Innenstadt im Besonderen beleben. Wir sehen es daher an der Zeit als Gemeinschaft klare Prioritäten in Richtung eines zukunftsfähigen Lebensraumes zu setzen und als Gemeinschaft jenes Verhalten zu fördern, dass unserer Meinung nach zum Gemeinwohl beiträgt.

Veröffentlicht in Gemeinderat, Kärnten, Kommentare und Standpunkte, Villach.

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